Das Leben bietet so viele Wendepunkte. Der erste Wendepunkt war in meinem Leben, meine Geburt, die mit einem Nahtoderlebnis verknüpft war.
Es ist schon schräg, wenn du bei der eigenen Geburt sozusagen schon auf der anderen Seite bist und quasi ohne Gefühle dem Geschehen zuschaust.
Die ersten Lebensjahre waren damit verknüpft, ein braver angepasster Junge zu sein. Weil ich ja nur ein Ohr hatte. Ich war anders als Andere und das ist heute noch so.
Also gab es damals in mir das Gefühl, dass mit mir was nicht stimmt. Ich war so schüchtern, dass ich in einer Bäckerei nicht mal Brötchen hatte kaufen können, weil aus mir kein Ton herausgekommen wäre. Die Schulzeit war auch so, dass ich sehr angepasst war.
Zwar habe ich mich in der Schule schon ein bisschen getraut, den Rebellen und Kämpfer zu zeigen, was aber nicht so geklappt hat.
Erst als ich wieder bei einer Operation eine Erfahrung mit einem Nahtoderlebnis hatte, begann ich, nicht mehr der brave angepasste Junge zu sein. Um nichts in der Welt wäre ich noch einmal unters Messer gegangen. Es war mir auch egal, dass meine Eltern mir Undank vorwarfen. Es ging um mein Leben. Danach fing ich auch auf anderen Ebenen zu rebellieren an.
Die Erkrankungen meiner Eltern waren ihre und ich nicht verantwortlich dafür.
Das gipfelte in meinem letzten Urlaub mit meinen Eltern darin, dass ich ihre Selbstmordabsichten mit einem Satz quittierte, der mich daraus befreite, dass ich die Schuld und Verantwortung dafür trage, dass es ihnen so schlecht geht.
Ich sagte ihnen: Setzt euch ins Auto, fahrt auf die Autobahn und die nächste Brücke kommt bestimmt. Und dann darauf zuhalten.
Ich war wild entschlossen, diesen Suizid-Androhungen ein Ende zu setzen, in dem ich klar machte, dass es mit mir nichts mehr machte.
Ab da wurde mein eigener Weg leichter.
In meiner Schullaufbahn hatte ich in meinem Klassenlehrer ein Vorbild, der mir vorlebte, was einen Menschen mit Charisma ausmachte. Etwas das meine Eltern nicht hatten.
Die Studienzeit war wieder wie man das so kennt und auch wieder nicht. Denn während des Studiums trennte sich die Mutter der Kinder von mir und das ganze endete vor Gericht.
Meine Eltern und viele der Menschen um mich gaben mir zu verstehen, dass ein Vater keine Chance hätte vor Gericht. Solche Dinge haben mich nie beeindruckt, eher angespornt, diese Sätze zu widerlegen.
Was mir auch gelang.
Also war ich dann mit 28 Jahren alleinerziehender Vater von zwei Kindern.
Und habe das alles gestemmt und habe erfahren, dass meine Einstellung zu den Dingen darüber entscheidet, was mir das Leben zeigt.
Der nächste Wendepunkt war die Entscheidung nach Tirol zu ziehen.
Anders als geplant, hatte ich nur kurze Zeit ALG und musste mich entscheiden. Sozialhilfe oder auf eigenen Beinen stehen. Die Entscheidung war schnell getroffen. Auf keinen Fall wollte ich wieder von Jemand abhängig sein, der einen Teil meines Lebens bestimmt.
So kam ich zu meiner Berufung.
Denn die Erfahrungen in der Wirtschaftskammer in Tirol zeigten eindeutig, dass ich sehr spezielle Fähigkeiten habe. Ich wusste schon, dass ich eine besondere Wahrnehmung hatte, was mit anderen Menschen ist und was sie bewegt. Auch wenn es nach außen nicht sichtbar ist.
Also traute ich mich, nach dieser Zeit meine Berufung zu leben.
Und ich tat und tue es auch heute noch mit Begeisterung. Denn die Erfahrung, dass meine Gabe ein Geschenk für viele andere Menschen war, hat mir immer wieder Glücksmomente beschert.
Ich bezeichne mich auch nicht als Heiler, Medium oder irgend so etwas. 
Und doch gibt es einen Begriff, der es gut beschreibt. Mentor. Ich begleite Menschen auf ihrem Weg aus den im Unterbewusstsein gespeicherten Blockaden und führe sie in ihre Freiheit und ihre Berufung. Ihren Grund, warum sie hier auf diesen Planeten gekommen sind.
Was mich daran so glücklich macht, ist, dass mein Weg nun für andere der Weg ist, aus ihren Themen herauszukommen.
Insofern erlebe ich meine Befreiung aus meinem Drama als großes Glück. So ermöglicht es anderen Menschen, aus ihren Dramen auszusteigen.
Wenn mir ein Mensch begegnet, der sein Paket unlösbar findet, dem erzähle ich nur kurz von ein paar Begebenheiten aus meiner Geschichte.
Da ich der lebende Beweis bin, dass es aus schlimmsten Dramen heraus möglich ist, kann ich andere auf ihrem Weg in ihre Freiheit und ihr Glück begleiten.
Wendepunkte sind wie der Herzschlag. Jedes Auf und Ab, dass das Herz in jedem Augenblick zeigt, ist Ausdruck von Leben und Lebendigkeit.
Wenn das EKG eine durchgehende Linie zeigt, dann ist Stillstand. Dann ist das Leben auf dieser Seite zu Ende und es fängt ein neues Kapitel an.
Ich habe als Kind schon nicht verstanden, was Erwachsene um den Tod für ein Drama machen, hatte ich ja schon meine Erfahrungen damit.
Bis mir klar wurde, dass es nur um die Hinterbliebenen geht. Und dass ihre Tränen mit ihrem ungelebten Leben mit diesem Menschen zu tun hatten. Mit ungelebtem Leben kannte ich mich ja bestens aus, denn in der Familie, in der ich aufgewachsen bin, gehörte das zum Alltäglichen.
Also bekamen meine Eltern auch beide Krebs. Heute weiß ich, dass es nur war, weil sie ihr Leben nicht gelebt haben. Es gibt ein kleines Büchlein darüber: Krebs das ungelebte Leben.
Treffender kann man es kaum beschreiben.
Und dann war da noch was. Da ich ja nur ein Ohr habe, bin ich immer ganz Ohr, wenn ich mit einem Menschen zu tun habe. Dies stimmt nicht ganz, denn ich bin ganz Ohr und Augen. Weil ich ja gelernt habe, dass das was ich sehe, etwas anderes ist, als das was ich höre.
So habe ich schnell und vor allem sicher gelernt, was hinter den Worten und Gesten wirklich los ist.
In meiner Jugend hat mir das viele Feinde eingebracht. Weil sich die Menschen ertappt fühlten.
Erst als mir klar wurde, dass nur ich das so wahrnehmen konnte, habe ich meine Beobachtungen erst mal für mich behalten.
Heute ist das für mich Handwerkszeug, um mit einer ziemlichen Geschwindigkeit zu beschreiben, was hinter der äußeren Fassade tatsächlich los ist.
In meiner Zeit in Tirol in der Wirtschaftskammer reifte dann die Erkenntnis, dass es an der Zeit war, mit meinem Wissen und meinen Erfahrungen in die Welt zu gehen und damit anderen Menschen mit meinem Geschenk, mit meiner Gabe helfen zu können, aus ihrem inneren Gefängnis auszubrechen und in die Freude und Begeisterung zu kommen.
Das bewegt mich jeden Tag, das ist meine Begeisterung und wird auch nie langweilig.
Denn nun bin ich ein Mensch, der schwer oder nicht lösbare Lebensgeschichten löst.
Es ist für mich jedes Mal wieder eine Freude, Menschen in die Begeisterung zu bringen.
Den Satz: „Das geht nicht“ gibt es in meinem Leben nicht. Schon sehr lange. Und wenn es scheinbar nicht geht, dann ist es für mich besonders spannend.
Heute finden mich Menschen über das Internet und vor allem über die Geschichten aus meinem Leben, weil sie erkennen, dass es Wendepunkte auch in ihrem Leben werden können.
Und ich lebe das von einem wundervollen Platz von Südspanien aus. Mitten in einem Naturschutzgebiet.
Wendepunkte sind Meilensteine, an denen ich eine Entscheidung für mich getroffen habe.
Vor vielen Jahren habe ich mal eine echt kurze Kurzgeschichte gelesen:
Der Brandherd.
Es gibt nur einen Grund im Leben etwas zu ändern.
Du hältst es einfach nicht mehr aus.
Punkt.
Und genau darum geht es. Deine Entscheidungen werden zu Wendepunkten in deinem Leben, wenn du es unbedingt willst. Bedeutet: Ohne Bedingungen. Das sind die vielen Wenn und Aber unseres Verstandes.
Wenn du ein glasklares Ja zu deiner Veränderung hast. Es geht dabei nicht um einen Preis.
Dein glasklares Ja ist ein glasklares Ja zu dir. Dein Leben zu leben und diesen bekannten und so beliebten Film: „Und ewig grüßt das Murmeltier“ zu beenden. Es geht. Ich habe es getan und sehr viele andere haben es getan.
Es ist ein Schritt raus aus der Bequemlichkeit. Ein Schritt in unbekanntes Gelände. Als Kinder waren wir neugierig. Es gab keine Hindernisse. Das ist der Weg.
Dann werden deine Entscheidungen zu echten Wendepunkten in deinem Leben. 

Genau solche Menschen begleite ich mit großer Freude und Begeisterung.

Wendepunkte